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Initiativen für den Kinder- und Jugendschutz

Einhaltung des JMStV durch jugenschutz.net 15. April 2009

Filed under: Uncategorized — carolinemattes @ 7:54 am
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Thema soll diesmal die Einhaltung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) durch jugendschutz.net sein. jugendschutz.net wurde 1997 von den Jugendministern aller Bundesländer gegründet und unterstützte die Jugendministerien der Länder bei der Durchsetzung des Jugendschutzes im Internet. Durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag wurde jugendschutz.net organisatorisch an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) gebunden und unterstützt sie bei ihren Aufgaben. Ziel ist ein vergleichbarer Jugendschutz wie in den traditionellen Medien umsetzen zu können.

Der Auftrag von jugendschutz.net ist es, die Angebote der Telemedien (Internet) zu überprüfen. Durch das In-Kraft-Treten des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) im Jahr 2003 erweiterte sich das Tätigkeitfeld von der Kontrolle von Mediendiensten (Angebote, die sich an die Öffentlichkeit richten) auch auf interaktive und kommunikative Angebote, welche den Telediensten, wie z.B. Chat, Instant Messaging oder File-Sharing, zugerechnet wurden. Verstösst ein Anbieter gegen die Bestimmungen des JMStV, soll jugendschutz.net darauf hinweisen und die anerkannten Einrichtungen der freiwilligen Selbstkontrolle und die Kommission für Jugendmedienschutz informieren (jugendschutz.net, 2009).

Eine umfassende Kontrolle im Internet ist angesichts der Schnelligkeit des Mediums und der Fülle jugendschutzrelevanter Angebote nicht möglich. Das Internet vereint als Sammelmedium unterschiedliche Dienste und Medien. Für die Kontrolle und Beseitigung von Verstössen gibt es keine vollständigen Lösungen. Jugendschutz.net versucht deshalb durch gezieltes Handeln, Konzentration auf jugendschutzrelevante Angebote, vielfältige Kooperationen und Kommunikation mit wichtigen Schnittstellen vorhandene Ressourcen effektiv einzusetzen (jugendschutz.net, 2009).

Über eine Hotline nimmt jugendschuzt.net Beschwerden von Nutzern entgegen und achtet vor allem auf Hinweise von Kindern, jugendlichen Nutzern, Eltern und Pädagogen. Mitarbeidende suchen auch selbst nach jugendgefährdenden Inhalten im Internet, wobei bewusst die Perspektive von Kinder und Jugendliche angenommen wird (jugendschutz.net, 2009).

jugendschuzt.net versucht aber auch direkt mit den Anbietern von Inhalten und Host-Providern zu kommunizieren, wenn Verstösse festgestellt werden, sofern es sich nicht um absolut unzulässige Inhalte wie z.B. Kinderpornographie handelt. So kann eine schnelle Änderung unzulässiger Angebote erreicht werden. Wenn nichts unternommen wird, leitet jugendschuzt.net den Fall an die Kommission für Jugendmedienschutz weiter und diese prüft und leitet dann Massnahmen ein. Da die KJM als Medienaufsicht fungiert, hat sie u.a. die Möglichkeit ordnungsrechtliche Massnahmen, wie z.B. Untersagungs- und Sperrverfügungen, zu erlassen und Bussgelder zu verhängen (jugendschutz.net, 2009).

Damit auch Anbieter auf Fragen des Jugendschutzes sensibilisiert werden, sucht jugendschuzt.net die Kommunikation mit ihnen. Die Arbeit umfasst auch Gespräche mit wichtigen Schnittstellen, wie z.B. grossen Portalen und Suchdiensten (jugendschutz.net, 2009).

Da das Internet international funktioniert, erfordert dies auch eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern. Will man den Jugendschutz im Internet durchsetzen, kann dies nur durch gemeinsame Schutzregelungen auf internationaler Ebene und gemeinsamer Praxis gegen „illegal and harmful content“ ermöglicht werden. Durch den Aufbau von Kontakten ins Ausland, geht jugendschutz.net auch gegen jugendschutzrelevante Angebote im Ausland vor. Das heisst, Provider werden über Verstösse informiert und um die Schliessung gebeten oder aber zuständige Stellen im Ausland werden informiert (jugendschutz.net, 2009).

Partner von jugendschuzt.net im Ausland sind:

INHOPE (International Association of Internet Hotlines)

Dieser Hotline Verbund wurde 1999 gegründet, um die Kooperation von europäischen Internet-Hotlines zu verbessern, Kinderpornografie aus dem Internet zu entfernen und Minderjährige vor schädigenden und illegalen Inhalten zu schützen. Jugendschuzt.net ist Gründungsmitglied dieser Organisation (INHOPE, 2009).

INACH (International Network Against Cyber Hate)

Wurde 2002 von jugendschuzt.net mitbegründet und legt den Grundstein für eine kontinuierliche Zusammenarbeit antirassistischer Organisationen und Online-Meldestellen auf internationaler Ebene. Dieses Netzwerk bestezt heute aus 10 Mitgliedern aus Russland, USA und Europa (jugendschuzt.net, 2009).

YPRT (Youth Protection Round Table)

Bei diesem EU-Projekt, welches von der Stiftung Digitale Chancen initiiert wurde, ist jugendschutz.net seit 2007 Partner. Das Projekt soll den Dialog zwischen dem technsichen und dem medienpädagogischen Jugendschutz födern, z.B. formulieren zukünftiger Anforderungen an technische Jugendschutzsysteme (jugendschutz.net, 2009).

jugendschutz.net nimmt für mich eine wichtige Funktion in der Umsetzung der regulierten Selbstregulierung in Deutschland wahr. Sie ist das Bindeglied zwischen Staat und Anbieter. Auf der Suche nach Informationen über jugendschutz.net habe ich auch kritische Meinungen gefunden. Dabei wird oftmals die Frage gestellt, ob diese Organisation Zensur im Sinne des Staates betreibt und ob, denn nicht nur beispielsweise rechtsextreme Inhalte gefährlich seien sondern auch linksextreme.
Vor allem Letzteres scheint mir plausibel, denn alles was in eine Extreme geht, sei es beispielsweise politisch links oder rechts, kann meiner Meinung nach Jugendliche oder Kinder in ihrer Entwicklung beeinträchtigen. Ob nun jugendschutz.net eine „versteckte“ Zensurstelle ist, wage ich zu bezweifeln.

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