Net Kids

Initiativen für den Kinder- und Jugendschutz

Net Kids – Fazit eines Blogs 15. April 2009

Filed under: Uncategorized — carolinemattes @ 8:03 am
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Das ist er, der letzte Eintrag im Rahmen dieser Arbeit. Ich möchte noch einmal die letzten Einträge Revue passieren lassen und kurz zusammenfassen. Abschliessend noch ein kurzes Fazit zu meiner Erfahrung als Bloggerin.

Zu Beginn habe ich mir erste Gedanken zum Thema Initiative für den Kinder- und Jugendschutz im Internet gemacht und mich mit dem Begriff Net Kids auseinandergesetzt. Kurz darauf fiel mir das Werbevideo „Wo ist Klaus“ der deutschen Initiative Klicksafe ein, welches Gefahren und den Schutz von Kinder-und Jugendlichen im Internet thematisiert. Das hat mich dazu veranlasst, mich auf die Suche nach potenziellen Risiken zu machen. Ich habe mich dafür entschieden im Rahmen dieser Arbeit auf drei Gefahren etwas ausführlicher einzugehen. Mit Cyberbullying, eine Art des Mobbings im Internet, habe ich mich zuerst auseinandergesetzt. Darauf folgten zwei Einträge über mögliche Gefahren im Chat. Dabei habe ich einen Selbstversuch unternommen und mich als Teenager in einem Chat eingeloggt. Ausserdem beschäftigte ich mich noch kurz mit der Abzocke im Internet. Danach stand für mich die Frage im Zentrum, was auf gesetzlicher Ebene unternommen wird. In Deutschland wird die regulierte Selbstregulierung praktiziert, auf welcher auch der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag basiert. Die Organisation jugendschutz.net, die an der Umsetzung der Selbstregulierung beteiligt ist, hat mich im nächsten Post beschäftigt. Nachdem ich mich zuvor stark auf Deutschland fokussiert habe, wollte ich noch einen Blick in die Schweiz werfen und habe mich im letzten Eintrag mit der Initiative security4kids auseinandergesetzt.

Für mich war es eine interessante Erfahrung als Bloggerin tätig zu sein. Die Schwierigkeit lag darin, ein Thema, das sehr viele spannende und nennenswerte Bereiche bereithält, einzugrenzen. Deshalb wirft der Blog Spotlights auf wenige Punkte im ganzen Themenbereich der Initiativen für den Kinder- und Jugendschutz im Internet. Ich habe versucht nicht nur Initiativen vorzustellen, sondern mich auch mit möglichen Gefahren für Kleinsten in unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen.
Interessant für mich war es den Selbsttest im Chat durchzuführen. Dieser hat mir noch bewusster gemacht, wie wichtig ein rundumgreifender Jugend- und Kinderschutz notwendig ist.
Des Weiteren wollte ich wissen, was gesetzlich für den Jugend- und Kinderschutz im Internet unternommen wird. Schnell hatte ich festgestellt, dass sich die Schweiz nicht sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigt. In unserem Nachbarland Deutschland wirkt die Situation mit der Umsetzung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages transparenter und fortgeschrittener.
Der Gegenstandsbereich der Initiativen für Kinder- und Jugendschutz ist sehr weitgreifend und je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto mehr Informationen haben sich finden lassen.
Ausserdem wurde mir noch mehr bewusst, dass Kinder und Jugendliche nur durch das Engagement von verschiedenen Seiten, sei es durch die Eltern, die Schule und dem Staat, genügend geschützt werden können.

Es war spannend, lehrreich, erschreckend, eindrücklich, erstaunlich… Net Kids… ein Thema, das es sich lohnt zu bearbeiten.

 

security4kids – Initiative aus der Schweiz

Filed under: Uncategorized — carolinemattes @ 8:00 am
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(security4kids, 2009)

(security4kids, 2009)

Nachdem ich mich stark auf das Nachbarland Deutschland konzentriert habe, will ich noch zurück in die Schweiz kommen und nochmalse eine Initiative vorstellen. Klicksafe ist eine deutsche Initiative für den Kinder- und Jugendschutz im Internet, aber auch die Schweiz hat eine vergleichbare Initiative gestartet und zwar mit security4kids.

Die Initiative „Security For Kids“ ist ein gemeinsames Projekt von verschiedensten Stellen aus Wirtschaft und Bildung, Kriminalitätsbekämpfung und Prävention. Die Partner sind zum Beispiel aus dem Bildungswesen, Stellen und Organisationen zur Bekämpfung der Online Kriminalität (beispielsweise KOBIK), aber auch privaten Firmen wie Symantec, Microsoft oder MSN Hotmail. Ziel dieser Gemeinschaft ist es, Kinder und Jugendlichen über den Nutzen, aber auch über die Gefahren im Netz, aufzuklären (security4kids, 2009).

Die Website security4kids ist in Zusammenarbeit dieser Partner entstanden und stellt Informationen und Materialien für einen sicheren Umgang  im Internet und seinen Techniken zur Verfügung. Dabei wird sehr darauf geachtet, dass diese Inhalte zielgruppenspezifisch aufbereitet werden. Das bedeutet auch, dass sich die Initiative sich nicht nur an Minderjährige richtet, sondern auch an Lehrpersonen und Eltern. Ihnen werden Tipps zur Unterstützung der Kinder und Jugendlichen angeboten (security4kids, 2009).

Für die Mittelstufe wird eine Lektion um Thema „Sichere Internet-Nutzung“ angeboten, welche gut in den Unterrichtsalltag eingebunden werden kann. In dieser Lektion sollen die Schülerinnen und Schüler aktiv mitarbeiten und möglichst viel in den Alltag mitnehmen(security4kids, 2009).

In der Teachers Academy finden Lehrkräfte Unterrichtsideen und aktuelle Hintergrundinformationen rund um das Thema Online-Sicherheit. Die Unterlagen sind sowohl für die Mittel- als auch die Oberstufe geeignet und auf das entsprechende Alter zugeschnitten. Ziele der Unterrichtseinheiten sollen die Sensibilisierung für Risiken, Förderung von IT-Sicherheitskompetenz und Schaffung eines starken Bewusstseins für Sicherheit und Schutz der Privatsphäre sein (Microsoft, 2009).

Damit Eltern informiert sind, organisiert security4kids auf Anfrage Informationsabende rund um das Thema Sicherheit von Kinder und Jugendlichen im Internet. Die Eltern erfahren dabei, was das Internet ist und wie es Kinder und Jugendliche nutzen. Ausserdem werden rechtliche Aspekte rund um das Thema Computersicherheit vermittelt und was Kindern und Jugendlichen mitgegeben werden kann, um mögliche Risiken zu minimieren (security4kids, 2009).

 

Einhaltung des JMStV durch jugenschutz.net

Filed under: Uncategorized — carolinemattes @ 7:54 am
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Thema soll diesmal die Einhaltung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) durch jugendschutz.net sein. jugendschutz.net wurde 1997 von den Jugendministern aller Bundesländer gegründet und unterstützte die Jugendministerien der Länder bei der Durchsetzung des Jugendschutzes im Internet. Durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag wurde jugendschutz.net organisatorisch an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) gebunden und unterstützt sie bei ihren Aufgaben. Ziel ist ein vergleichbarer Jugendschutz wie in den traditionellen Medien umsetzen zu können.

Der Auftrag von jugendschutz.net ist es, die Angebote der Telemedien (Internet) zu überprüfen. Durch das In-Kraft-Treten des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) im Jahr 2003 erweiterte sich das Tätigkeitfeld von der Kontrolle von Mediendiensten (Angebote, die sich an die Öffentlichkeit richten) auch auf interaktive und kommunikative Angebote, welche den Telediensten, wie z.B. Chat, Instant Messaging oder File-Sharing, zugerechnet wurden. Verstösst ein Anbieter gegen die Bestimmungen des JMStV, soll jugendschutz.net darauf hinweisen und die anerkannten Einrichtungen der freiwilligen Selbstkontrolle und die Kommission für Jugendmedienschutz informieren (jugendschutz.net, 2009).

Eine umfassende Kontrolle im Internet ist angesichts der Schnelligkeit des Mediums und der Fülle jugendschutzrelevanter Angebote nicht möglich. Das Internet vereint als Sammelmedium unterschiedliche Dienste und Medien. Für die Kontrolle und Beseitigung von Verstössen gibt es keine vollständigen Lösungen. Jugendschutz.net versucht deshalb durch gezieltes Handeln, Konzentration auf jugendschutzrelevante Angebote, vielfältige Kooperationen und Kommunikation mit wichtigen Schnittstellen vorhandene Ressourcen effektiv einzusetzen (jugendschutz.net, 2009).

Über eine Hotline nimmt jugendschuzt.net Beschwerden von Nutzern entgegen und achtet vor allem auf Hinweise von Kindern, jugendlichen Nutzern, Eltern und Pädagogen. Mitarbeidende suchen auch selbst nach jugendgefährdenden Inhalten im Internet, wobei bewusst die Perspektive von Kinder und Jugendliche angenommen wird (jugendschutz.net, 2009).

jugendschuzt.net versucht aber auch direkt mit den Anbietern von Inhalten und Host-Providern zu kommunizieren, wenn Verstösse festgestellt werden, sofern es sich nicht um absolut unzulässige Inhalte wie z.B. Kinderpornographie handelt. So kann eine schnelle Änderung unzulässiger Angebote erreicht werden. Wenn nichts unternommen wird, leitet jugendschuzt.net den Fall an die Kommission für Jugendmedienschutz weiter und diese prüft und leitet dann Massnahmen ein. Da die KJM als Medienaufsicht fungiert, hat sie u.a. die Möglichkeit ordnungsrechtliche Massnahmen, wie z.B. Untersagungs- und Sperrverfügungen, zu erlassen und Bussgelder zu verhängen (jugendschutz.net, 2009).

Damit auch Anbieter auf Fragen des Jugendschutzes sensibilisiert werden, sucht jugendschuzt.net die Kommunikation mit ihnen. Die Arbeit umfasst auch Gespräche mit wichtigen Schnittstellen, wie z.B. grossen Portalen und Suchdiensten (jugendschutz.net, 2009).

Da das Internet international funktioniert, erfordert dies auch eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ländern. Will man den Jugendschutz im Internet durchsetzen, kann dies nur durch gemeinsame Schutzregelungen auf internationaler Ebene und gemeinsamer Praxis gegen „illegal and harmful content“ ermöglicht werden. Durch den Aufbau von Kontakten ins Ausland, geht jugendschutz.net auch gegen jugendschutzrelevante Angebote im Ausland vor. Das heisst, Provider werden über Verstösse informiert und um die Schliessung gebeten oder aber zuständige Stellen im Ausland werden informiert (jugendschutz.net, 2009).

Partner von jugendschuzt.net im Ausland sind:

INHOPE (International Association of Internet Hotlines)

Dieser Hotline Verbund wurde 1999 gegründet, um die Kooperation von europäischen Internet-Hotlines zu verbessern, Kinderpornografie aus dem Internet zu entfernen und Minderjährige vor schädigenden und illegalen Inhalten zu schützen. Jugendschuzt.net ist Gründungsmitglied dieser Organisation (INHOPE, 2009).

INACH (International Network Against Cyber Hate)

Wurde 2002 von jugendschuzt.net mitbegründet und legt den Grundstein für eine kontinuierliche Zusammenarbeit antirassistischer Organisationen und Online-Meldestellen auf internationaler Ebene. Dieses Netzwerk bestezt heute aus 10 Mitgliedern aus Russland, USA und Europa (jugendschuzt.net, 2009).

YPRT (Youth Protection Round Table)

Bei diesem EU-Projekt, welches von der Stiftung Digitale Chancen initiiert wurde, ist jugendschutz.net seit 2007 Partner. Das Projekt soll den Dialog zwischen dem technsichen und dem medienpädagogischen Jugendschutz födern, z.B. formulieren zukünftiger Anforderungen an technische Jugendschutzsysteme (jugendschutz.net, 2009).

jugendschutz.net nimmt für mich eine wichtige Funktion in der Umsetzung der regulierten Selbstregulierung in Deutschland wahr. Sie ist das Bindeglied zwischen Staat und Anbieter. Auf der Suche nach Informationen über jugendschutz.net habe ich auch kritische Meinungen gefunden. Dabei wird oftmals die Frage gestellt, ob diese Organisation Zensur im Sinne des Staates betreibt und ob, denn nicht nur beispielsweise rechtsextreme Inhalte gefährlich seien sondern auch linksextreme.
Vor allem Letzteres scheint mir plausibel, denn alles was in eine Extreme geht, sei es beispielsweise politisch links oder rechts, kann meiner Meinung nach Jugendliche oder Kinder in ihrer Entwicklung beeinträchtigen. Ob nun jugendschutz.net eine „versteckte“ Zensurstelle ist, wage ich zu bezweifeln.

 

Selbstregulierung = Kinder- und Jugendschutz? 9. April 2009

(Pixelio, 2009)

(Pixelio, 2009)

Nachdem ich mehrere mögliche Gefahren für Kinder und Jugendliche im Internet beschrieben habe, möchte ich mich damit befassen, was in Deutschland rechtlich dagegen unternommen wird. Dadurch dass die Inhalte im Web nicht immer unter das Strafgesetzbuch fallen, hat Deutschland Spezialregelungen im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) festgehalten. Der JMStV setzt  dabei sehr stark auf das Prinzip der „regulierten Selbstregulierung“. Deshalb möchte ich kurz erklären, was unter diesem Begriff überhaupt verstanden wird und will danach noch die wichtigsten Punkte aus dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag erwähnen (Grimm et al., 2008, S. 283).

Setzt man sich mit der Thematik der Selbstregulierung auseinander, stellt bereits die Definition des Begriffes ein Problem dar. Es gibt keine gänzlich befriedigende Definition von Selbstregulierung, denn sie entwickelt sich in dem Masse, wie sich das Internet auch entwickelt. Die Selbstregulierung hat ausserdem von Sektor zu Sektor und von Land zu Land eine unterschiedliche Bedeutung. Im Internet umfasst sie viele Bereiche, wie z.B. E-Commerce, technische Protokolle, Domain-Verwaltung, Jugendschutz, usw. Nicht nur die offene und dezentrale Architektur des Internets wird durch die Selbstregulierung unterstützt, sie ist auch die flexible Antwort auf das dynamische Wachstum und die ständige Entwicklung des Sektors sowie seiner Technologien (Waltermann, 2000, S. 142f).

Die regulierte Selbstregulierung ist die Spezifizierung der Selbstregulierung. Der Staat gibt dabei einen gesetzlichen Rahmen und die entsprechenden Strukturen vor. Anbieter im Bereich der Telemedien (Internet) sind in der Ausfüllung dieses Rahmens der Eigenverantwortung überlassen. Fehlentwicklungen kann der Staat durch den ordnungspolitischen Rahmen, sowie entsprechende Kontrollmöglichkeiten verhindern. Durch diese Selbstkontrolle kann flexibler und schneller auf Veränderungen, wie z.B. von Weltvorstellungen der Gesellschaft oder durch technische Entwicklung, reagiert werden. Ein weiterer Vorteil der regulierten Selbstkontrolle gegenüber der Staatskontrolle ist die internationale Vernetzung. Durch die transnationale Kooperation der Beschwerdestellen, kann wesentlich schneller auf Rechtsgutverletzungen reagiert werden. Die Selbstregulierung bedeutet für den Staat ausserdem eine erhebliche Entlastung (FSM, 2009). Denn wenn die Mechanismen der Selbstregulierung funktionieren, kann sich die Aufsicht umso mehr zurückhalten und umgekehrt. Es ist also ein Zusammenspiel von Selbstverantwortung, Selbstregulierung und Eigeninitiative auf Seiten der Unternehmen und dem Steuerungsmechanismus, den die Kommission für Jugendmedienschutz wahrzunehmen hat (Ring, 2005). Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) wurde als zentrale Aufsichtsstelle für den Jugendschutz im privaten Rundfunk und in den Telemedien geschaffen. Sie soll die Zersplitterung der Aufsichtsstruktur beseitigen und verhindern, dass gleiche Inhalte in verschiedenen Medien unterschiedlichen Gesetzen unterliegen (KJM, 2009).

Durch die Spezialregelungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) und mit dem Strafrecht werden laut Grimm et al. in Deutschland gewalthaltige Angebote im Internet sehr gut erfasst. Beide Normen greifen so ineineinander, dass beinahe ein lückenloses Netz von Schutznormen geschaffen wird. Es handelt sich dabei um ein drei-Stufen-Schutzsystem, das sich wie folgt darstellt (2008, S. 283):

  • Die Anbieter verpflichten sich Zugangsbarrieren für Inhalte, die die Entwicklung von Kinder oder Jugendlichen beeinträchtigen, durch technische Mittel, z.B. anerkannte Jugendschutzprogramme, zu erstellen. Kinder und Jugendliche der betroffenen Altersstufen sollen dabei diese Inhalte nicht wahrnehmen (JMStV 11).
  • Verpflichtung der Anbieter geschlossene Benutzergruppen für jugendgefährdende Inhalte einzurichten, die nur Erwachsenen zugänglich sind und die eine verlässliche Altersprüfung versichern (JMStV 4, Abs. 2, 2).
  • Ein Verbot von allen strafbaren und schwer jugendgefährdenden Angeboten, wie z.B. Angebote, die den Krieg verherrlichen (JMStV 4, Abs. 1, 7).

Mit diesem System sollen Anbieter von problematischen Inhalten dazu verpflichtet werden, bestimmte Vorgaben einzuhalten, um Kinder und Jugendliche vor Angeboten, die ihre Entwicklung beeinträchtigen oder gefährden, zu schützen (Grimm et al., 2008, S. 283). Das Regelungsinstrumentarium hat sich grundsätzlich bewährt und das deutsche Jugendmedienschutzrecht gilt als wegweisend (EU-Kommission, 2008). Jedoch stösst es in der Praxis immer wieder an Grenzen, wenn z.B. Inhalte von ausländischen Anbietern stammen, die entweder auf Video- und Fotoportalen zu finden sind oder zu denen Jugendliche über Links Zugang haben. In solchen Situationen ist festzustellen, dass Anbieter von grossen Plattformen und Communities sich darauf behaften nur Zugangsvermittler für Inhalte Dritter zu sein (Grimm et al., 2008, S. 284f).

Meiner Meinung nach, ist die Lösung der regulierten Selbstregulierung ein guter Ansatz in Sachen Jugend- und Kinderschutz im Internet. Er alleine bietet aber nicht einen vollständigen Schutz vor jugendgefährdenden Inhalten. Ich denke an dieser Stelle ist auch der Einsatz von Eltern und  Schulen gefragt, um eine entsprechende Medienkompetenz, sprich den Umgang und Verhalten im Netz, zu vermitteln.

Weitere interessante Informationen liefert der Vortrag über den gesetzlichen Jugendschutzes im Internet, welcher von Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring im Rahmen des Fachtages „Jugendschutz im Internet“ gehalten worden ist. Mit aktuellen Themen aus dem Bereich des Jugendmedienschutz befasst sich auch der JuMSchBlog der AWO Düsseldorf .

 

Kingeltöne, Hausaufgabentipps, Intelligenztests: Abzocke im Internet

Filed under: Uncategorized — carolinemattes @ 8:17 am
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Bei einer Schulfreundin hat Julia, die 12 Jahre alt ist, ein Klingelton gehört, den sie unbedingt auch haben wollte, weil er ihr besonders gut gefallen hat. Da sie sich bereits mit dem Computer etwas auskennt, ging sie ins Netz um den Klingelton gratis herunterzuladen. Julia suchte nach kostenlosen Klingeltönen, die sie auf ihr neues Handy herunterladen kann. Ein Anbieter mit dem gewünschten Klingelton war schnell gefunden und auch bestellt. Nach der Bestellung hatte sie hatte nicht nur einen, sondern mehrere Klingeltöne, während eines Monats auf ihr Mobiltelefon erhalten und freute sich riesig darüber. Am Monatsende als sie ihre Handyrechnung erhält, fällt sie aber aus allen Wolken…

Eine weitere potenzielle Gefahr für Kinder und Jugendliche ist die Abzocke im Netz. Minderjährige sind besonders gefährdete Opfer, die von Betrügern ausgesucht werden. Dabei gibt es sogar betrügerische Angebote, die sich direkt an Kinder richten wie zum Beispiel Tipps für Hausaufgaben, Bilder oder Klingeltöne. Oftmals können bereits durch das Abrufen der Informationen hohe Kosten entstehen, weil unabsichtlich ein Abonnement geschlossen wird (Spiegel, 2009). Genau das ist auch Julia passiert. Durch Unachtsamkeit hat sie ein Abonnement abgeschlossen, welches nun sehr hohe Kosten verursacht, die sie mit ihrem Taschengeld nicht bezahlen kann.

Die Angebote sind oftmals so gestaltet, dass sie den Eindruck erwecken, dass sie kostenlos seien. Angelockt werden die Nutzer auch indem sie an einem Gewinnspiel teilnehmen können. Mit der Teilnahme fallen zum Beispiel Nutzungskosten an oder es wird gleich ein Abonnement geschlossen, ohne dass der User es direkt merkt. Dabei werden die Kosten vielmals im Kleingedruckten oder nur in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB’s) vermerkt (Klicksafe, 2009).

Klicksafe empfiehlt grundsätzlich Angebote, die als gratis oder kostenlos angepriesen werden, darauf zu prüfen, ob sich dahinter  möglicherweise doch Kosten verbergen. Vor allem wenn man dazu aufgefordert wird persönliche Daten anzugeben, ist Vorsicht geboten. Ein Blick ins Kleingedruckte, sprich in die AGB’s, und die Suche nach Kostenhinweisen, wird unumgänglich. Des Weiteren wird empfohlen, darauf zu achten, ob man mit einen „Haken“ nicht noch ein anderes Kästchen aktiviert, welches dann beispielsweise zu einem Abonnementsabschluss führt. Die Vertragsbedingungen sollen genau durchgelesen werden und geprüft werden, ob der Anbieter kontaktiert werden könnte. Allgemein soll man mit der Preisgabe von persönlichen Daten vorsichtig umgehen und im Hinterkopf behalten, dass eine Teilnahme an einem tollen Gewinnspiel oft von den Kosten ablenken soll (2009).

Wollen Kinder oder Jugendliche ein solches Angebot annehmen, bin ich der Meinung, sollte man dies als Eltern überprüfen und zusammen mit den Kindern das Angebot genaustens anschauen. So kann ihnen auch vermittelt werden, auf was geachtet werden muss und wo sich eventuell versteckte Fallen auffinden lassen. Julia hat dies erst gemerkt, als es zu spät war. In Zukunft wird sie aber bei solchen Angeboten viel vorsichtiger sein und auch einmal die Eltern um Rat fragen.

 

Papillon_13* und SexyBoy19* – ein Erfahrungsbericht 24. März 2009

Filed under: Uncategorized — carolinemattes @ 5:25 pm
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(*die Nicknames sind frei erfunden)

Statistik Chat

JIM-Studie (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, 2008)

Vor einiger Zeit hat sich eine CVP-Politikerin als 13-jähriges Mädchen im Chat ausgegeben und laut verschiedenen Zeitungsartikeln nach weniger als 10 Minuten ihr erstes Sexangebot erhalten. Ich habe mich dazu entschlossen, es auch auszuprobieren um zu erfahren, ob es wirklich nur eine kurze Zeitspanne vergeht, bis das erste Angebot offeriert wird. Für den Versuch habe ich einen nationalen Chat ausgewählt, bei dem darauf hingewiesen wird, dass solche Inhalte nicht angebracht sind.

An einem Abend habe ich mich als Benutzerin in einem schweizerischen Chat eingeloggt. Für das „Experiment“ habe ich den Chatroom für Teenies ausgewählt, einen Nickname ausgewählt und den AGB’s zugestimmt. Keine zwei Minuten sind danach vergangen und ich hatte bereits drei männliche Chatpartner. Einer hat sich sofort danach erkundigt, ob ich einen sexy Körper habe und ob ich ihn beschreiben könne. Dabei hat er explizit danach gefragt, wie es mit meinen Rundungen aussehe.
Als ich die Chatpartner nach ihrem Alter gefragt habe, sind mehrere um einiges älter gewesen als „ich“, einer von ihnen war sogar annähernd um die 30 Jahre alt. Oft wurde nach einem Foto von mir gefragt und ob ich den Instant-Messenger MSN installiert habe. Bei der Nachfrage nach einer MSN-Unterhaltung nur eine Vermutung anstellen und davon ausgehen, dass dann die Unterhaltung durch die „intimere“ Umgebung etwas freizügiger geworden wäre. An dieser Stelle habe ich jeweils den Kontakt abgebrochen, da ich weder ein Bild von mir zur Verfügung stellen wollte, noch ein MSN-Konto habe.
Ich habe mich noch ein zweites Mal unter einem anderen Namen angemeldet. Hier habe ich sogar ein eindeutiges Sexangebot, gegen die Bezahlung von 200 Fr., bekommen. Eigentlich hatte ich erwartet, dass jemand etwas in dieser Richtung anbietet und doch war ich so angewidert, dass ich daraufhin das „Experiment“ endgültig abgebrochen habe.

Der Chat hat das bestätigt, was ich bereits vermutet hatte. Es dauerte wirklich keine 10 Minuten, bis „ich“ als junges Mädchen die ersten unangebrachten Angebote erhalten habe. Ausserdem tummeln sich im Chatbereich für Teenager Personen, die eigentlich aufgrund ihres Alters nicht mehr hier zu erwarten wären. Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich mich sehr schnell unwohl gefühlt habe.
Auf der anderen Seite, hat es aber auch männliche Chatpartner gegeben, die keine zweideutigen Angebote machten, sondern sich normal unterhalten wollten. Man kann also folgern, dass sich auch einige an die Spielregeln halten. Aus meiner Sicht ist es unbedingt notwendig, dass Kinder und Jugendliche aufgeklärt werden müssen, vor allem auch im Punkt der Angabe von privaten Daten. Zu schnell wird man dazu verleitet eine private E-Mail-Adresse bekanntzugeben. Ausserdem soll unbedingt im Vordergrund stehen, dass die Kinder und Jugendlichen ihren Eltern so weit vertrauen können, dass sie solche Unterhaltungen mitteilen. Denn nur so kann gegen diese Art der Kriminalität im Internet auch vorgegangen werden.

 

„Ich will doch nur chatten!“ 18. März 2009

Filed under: Uncategorized — carolinemattes @ 2:46 pm
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Tastatur

(Pixelio, 2009)

Ist der Chat ein sicherer Raum für die Kommunikation zwischen Jugendlichen und Kindern? Als eine weitere mögliche Quelle von Risiken für die Kleinsten unserer Gesellschaft wird auf sehr vielen Websites der Chat thematisiert. Ich denke es ist sinnvoll, einige dieser Gefahren kurz anzusprechen und aufzuzeigen wie auf Verhaltensregeln im Chat aufmerksam gemacht wird.

Zum einen besteht das Risiko, dass Kinder und Jugendliche, meist auch unbewusst, private Daten angeben. Bereits bei der Wahl des Nicknames (Benutzernamens) ist Vorsicht geboten. Es soll darauf geachtet werden, dass der Name keinen Bezug zum eigenen Namen hat und völlig frei erfunden ist. Denn es gibt immer wieder Leute die herausfinden möchten, wer hinter dem Chatpartner steckt (schaugenau, 2009). Auch soll darauf verzichtet werden die E-Mail-Adresse, Telefonummer, Handynummer, usw. anzugeben. Diese Angaben könnten Chatpartner dazu animieren, per Handy, Telefon oder E-Mail zu belästigen.

Belästigung im Chat ist ein zentrales Problem, denn durch die Anonymität sinkt die Hemmschwelle. Häufig werden Kinder und Jugendliche gefragt, ob sie über einen Instant-Messenger, wie z.B. MSN, verfügen oder ob über die „Flüsterfunktion“ kommuniziert werden soll. Solche Unterhaltungen unterliegen nicht, oder nur indirekt, der Kontrolle von Moderatoren. So können z.B. Benutzer mit pädokriminellen Neigungen das Kontrollsystem umgehen und Kinder und Jugendliche belästigen (klicksafe, 2009).

Im letzten Eintrag, bin ich bereits auf das Cyberbullying eingegangen. Verbale Angriffe in Chatrooms, seien sie sexistisch oder herabwürdigend, können Kinder und Jugendliche verletzten und auch verunsichern. Auch anfänglich spasshafte Hänseleien können schnell in Dimensionen übergehen, die vom Opfer als bedrohlich empfunden werden können (klicksafe, 2009).

Kinder und Jugendliche können durch viele Möglichkeiten mit problematischen Inhalten konfrontiert werden. Dies kann bereits der Nickname sein (z.B. „auslaender_nein“)oder ein Eintrag im Benutzerprofil des Chatters sein. Des Weiteren können auch Beiträge mit Links zu externen Webseiten eine potenzielle Gefahr darstellen, da sie nur einen Mausklick entfernt sind (klicksafe, 2009).

Nach dieser kurzen Erläuterung möchte ich noch meinen Eindruck schildern, wie auf  das Thema „Chat“ im Web eingegangen wird. Die Websites machen zum grössten Teil mit einem ansprechenden Design auf sich aufmerksam. Meistens wird die Website in zwei Bereiche unterteilt. Erwachsene und Kinder können sich getrennt und altersgerecht über den Chat informieren. Ausserdem werden Flyer angeboten, die kurz und bündig in flippigem Design die wichtigsten Informationen über das Chatten enthalten. Um Lehrpersonen auf das Thema zu sensibilisieren, wird auch ihnen Material für den Unterricht zu Verfügung gestellt. Sei es den richtigen Nickname zu finden, die Chatiquette anzusehen, die Chatsprache zu verstehen, Gefahren im Chat kennenzulernen und noch vieles mehr, all dies ist auf den Webseiten zu finden. Für mich stellen sie eine gute Informationsquelle für die ganze Familie und Lehrpersonen dar.

Auswahl von Websites, die über das Thema informieren:
schau genau!
fit4chat
klicksafe
internet-abc
Chatten ohne Risiko